Eine Liebeserklärung

Einfach und dennoch auf hohem Niveau. Träger weisser Hemden befinden sich in kultivierter Gesellschaft.

 

Irgendwie hört es sich an, als flüsterte dieses berühmte Kleidungsstück leise: "Nimm mich und du wirst dich wohl fühlen. Ich bin vielseitig, stilvoll und strahle etwas aus." Und in der Tat ist es so. Wer solche Hemden trägt, bekennt sich und sagt Ja zu Intellektualität, zu Sinnlichkeit und Natürlichkeit.

 

Nicht von ungefähr findet man Träger weisser Hemden häufig im Kreis von Künstlern und Schriftstellern. Denn mit reiner Weste lassen sich Gedanken am besten ausbreiten.

 

So kamen zum Beispiel Oscar Wilde in dieser unbunten Oberbekleidung viele Ideen für seine gesammelten Aphorismen. Auch der Nobelpreisträger Boris Pasternak, Schöpfer von Doktor Schiwago, trug gerne Weiss, ebenso Goethe oder der russische Maler Kandinsky und viele weitere Literaten und Künstler.

 

Seit den 70er-Jahren kombiniert man übrigens dieses Herzstück eines jeden Kleiderschranks nicht nur zum klassischen Anzug. Nein, es passt auch hervorragend zu Flanell, Cord und Jeans, wie international populäre Ikonen beweisen: Der Filmschauspieler Michel Piccoli liess beispielsweise sein Brusthaar dezent aus einem weissen Hemd hervorblitzen. Wenn der Agent 007 Hemden trägt, ist Weiss ebenfalls seine erste Wahl. Die schillernde Jackie Kennedy-Onassis führte das 

Herrenoberteil – lässig vor dem Bauch geknotet – in die weibliche Garderobe ein. So wurde es auch zum sinnlichen und zeitlosen Accessoire.

Es ist doch so, wie der Modeschöpfer Jean Paul Gaultier sagt: "Weiss ist wie Schwarz. Nur weisser."

 

Edel und einfach zugleich, so sollte ein weisses Hemd sein. Und natürlich aus bester Baumwolle. Wie so oft im Leben bedarf es auch hier eines wachen Auges, um die Qualitätsunterschiede zu erkennen. Daher wählen die Experten renommierter Baumwollbörsen beim Einkauf äusserst sorgfältig aus und testen mit einem kleinen Kamm die Faserlänge. Die längsten Fasern sind die hochwertigsten, weil sie die feinsten Fäden ergeben. Und fein muss es eben sein. Würde der Kenner Liebhaber das weisse Hemd abschliessend fragen: "Sei ehrlich, welche Nachteile hast du?" So wäre die leise Antwort: "Ich bin etwas anfällig für Rotweinspuren. Aber Nachteile gehören nicht in eine Liebeserklärung."

Chefbutler Rolf W. Locher Chefbutler Rolf W. Locher
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