Die Baumwolle (engl. cotton) – ein Malvengewächs.
Shirt-Butler Hemden werden aus hochwertiger US-Pima Baumwolle gefertigt!
Die Naturfaser Baumwolle stammt von der einjährigen Baumwollpflanze (gossypium), einer Gattung aus der Familie der Malvengewächse.
In jedem Frühjahr werden ihre Samen auf riesigen Feldern ausgesät. Zwei Monate nach der Aussaat entfalten sich wunderschöne Malvenblüten, deren Farbe sich innerhalb dreier Tage von Cremeweiss zu Rot wandelt. Aus den Blüten entwickeln sich feste grüne Kapseln, in deren Schutz die Samen und Baumwollfasern heranreifen.
Nach einer rund 55-tägigen Reifezeit brechen die inzwischen braunen Baumwoll-kapseln auf und geben die weissen, weichen Baumwollfasern, die die Samen umhüllen, frei. Nach der Ernte werden Samen und Baumwollfasern in der so genannten ‚Cotton Gin’ sorgfältig voneinander getrennt. Die Baumwolle wird vorgesäubert, getestet und zu Ballen von 220 kg gepresst. In den USA werden zwei Baumwollarten angebaut: Gossypium hirsutum (Texas- oder auch Upland-Baumwolle genannt). In Mexiko und Zentralamerika heimisch, wurde diese Art für den grossflächigen Anbau weiterentwickelt und macht heute rund 97% der amerikanischen Baumwollernte aus. Die Faserlänge liegt zwischen 21,87 und 32,81 mm.
Die westindische Baumwolle (Gossypium barbadense) hat ihren Ursprung in Südamerika und macht die hochwertigsten 3% der US-Baumwollproduktion aus. Ihre ELS-Fasern (Extra Long Staple) sind extra lang und extra fein, mit Faserlängen zwischen 34,6 und 34,7 mm. Allgemein wird dafür die Bezeichnung US-Pima-Baumwolle verwendet – abgeleitet von den Pima-Indianern in Arizona, die bei der Züchtung der heutigen hochwertigen Pima-Sorten beteiligt waren.
Baumwoll-Klassifizierung für Qualitätssicherung
In den USA wird die Baumwolle jedes einzelnen Ballens in den landesweiten Classing Offices parallel geprüft und einer Klassifizierungsstufe zugeordnet.
Dabei werden mittels hochmoderner HVI-Technologie (High Volume Instrument) die Faserlänge, die Faserstärke, die Faserlängenegalität, der Faserdurchmesser, die Farbe und der Verunreinigungsgrad ermittelt. Erst dann geht die Baumwolle in den Verkauf, versehen mit einem Barcode, der die Rückverfolgung jedes einzelnen Ballens bis hin zum Ursprungsfeld erlaubt und detailliert Auskunft gibt über die spezifische Baumwollqualität. Nur so ist Qualitätssicherung bereits von der Faser an möglich.
Multitalent Baumwolle
Alle Teile der Baumwollpflanze werden genutzt. Der wertvollste Teil der Ernte, die Baumwollfaser, dient vor allem der Herstellung von Bekleidung und anderen Textilien, z.B. für das häuslichen
Umfeld (Bett, Bad, Küche usw.) oder den sanitären und medizinischen Bereich (Verbandstoffe usw.). Der Samenflaum (Linters) wird als Zellulosegrundstoff in der Herstellung von Papier, Plastik,
Füllstoffen usw. eingesetzt.
Die Baumwolle ist auch eine wichtige Nahrungsmittel- und Futterpflanze. Aus ihren Samen werden hochwertige Nahrungsmittelöle fürs Kochen und Backen sowie zur Herstellung von Salatdressings gewonnen. Schrot und Hülsen der Samen werden getrennt oder vermischt zu Vieh-, Geflügel- und Fischfutter verarbeitet. Aus den Pflanzenresten (Stiele, Blätter und Wurzel) entsteht wertvoller natürlicher Dünger für die neue Aussaat.
Geschichte der Baumwolle
Baumwolle wird – vor allem in tropischen Gebieten – seit Jahrtausenden zur Herstellung leichter Bekleidung verwendet. Einige Quellen weisen darauf hin, dass die Ägypter schon ca. 12’000 v. Chr.
mit Baumwolle gearbeitet haben.
In Babylon wurde die Baumwolle als Weisses Gold bezeichnet. In mexikanischen Höhlen wurden Baumwollkleider gefunden, die etwa 7’000 Jahre alt sind.
Die älteste Aufzeichnung über Baumwolle stammt aus Indien. Baumwolle wurde die Pflanze bereits vor mehr als 3’000 Jahren angebaut und ist in den Hymnen der Rigveda (1’500 v. Chr.) erwähnt. Ein Jahrtausend später schrieb der griechische Historiker Herodot über indische Baumwolle: "Es gibt wild wachsende Bäume, aus deren Frucht man eine Wolle gewinnen kann, die die Schönheit und Qualität der Schafwolle weit übertrifft. Die Inder machen aus dieser Baumwolle ihre Kleider". Die indische Baumwollindustrie hatte ihre Glanzzeit während der britischen Industrierevolution, als die Erfindungen von ‚Jenny’, einer frühen Spinnmaschine mit mehreren Spindeln (1764), und ‚Arkwright's Waterframe’ (1769) eine kostengünstige Massenproduktion im Vereinigten Königreich ermöglichten.