Shirt-Butler Premium Hemden weisen neben der komplexen Feuchtvernetzung noch weitere hochwertige Veredelungen auf.
Die Hemdengewebe sind heute nicht nur ein Produkt, sondern werden immer öfter Ausgangspunkt für mechanische oder chemische Prozesse. Am Ende stehen Stoffe, die nicht nur im modischen Bereich
vielfältigen Ansprüchen an Haptik, Tragekomfort und Funktionalität gerecht werden. Auch das Wohlbefinden wird Prüfstein für die Qualität textiler Produkte. Noch vor wenigen Jahren war es eine
kleine Sensation, dass Baumwollstoffe beim Waschen nicht mehr eingingen oder Hemden nicht mehr gebügelt werden mussten. Heute werden Gewebe mit Keramik beschichtet, um die
Strapazierfähigkeit und den Tragekomfort zu erhöhen. Atmungsaktivität der Stoffe ist schon fast selbstverständlich. Neue Stoffe werden leichter, weicher, hautsympath-ischer und natürlicher im
Griff.
Sie liegen angenehmer auf der Haut, verzaubern mit kühlenden oder erfrischenden Effekten. Selbst pflegende Eigenschaften können Geweben heute mitgegeben werden. Mit der Antismell-Veredelung werden beispielsweise unangenehme Gerüche aus Küche und aus verrauchten Räumen gebunden und erst wieder bei der Wäsche abgegeben.
Bügelfrei und bügelleicht
Durch die Kombination sehr aufwändiger chemischer Verfahren wie der Behandlung mit Flüssigammoniak wird die Bügelfreiheit erreicht. Sie lässt das Hemd lange Zeit wie neu aussehen. Die
Ammoniak-Behandlung ist eine andere Art der Mercerisation. Ammoniak wird in der Vorbehandlung von Baumwollgeweben eingesetzt, um die Baumwollfasern aufquellen zu lassen. Dadurch werden die Fasern
elastischer, die Farbaufnahme wird verbessert, der Stoff erhält einen edlen Glanz, der Griff wird weicher und die Reissfestigkeit verbessert. Dieser Quellprozess ist zwingend erforderlich, um
hochwertige bügelfreie Gewebe zu erhalten. Das Besondere an dieser Behandlung ist ein in sich vollkommen geschloss-enes System. Das Gewebe wird durch einen schmalen Schlitz in die Anlage
eingeführt, durchläuft diese, wird mit gekühltem Flüssigammoniak behandelt und danach ausgewaschen. Am anderen Ende der Anlage kommt wieder durch einen schmalen Schlitz neutralisiertes, völlig
ammoniakfreies Gewebe heraus. Dank dem geschlossenen System bleiben 99.5 Prozent des Ammoniaks im Kreislauf der Anlage. Sehr streng sind hier die Umweltschutzauflagen, sie werden auch
entsprechend scharf überprüft (Öko-Tex 100). Noch wichtiger ist die so genannte Feuchtvernetzung, bei der zwischen den Molekülen der Baumwollzellulose eine elastische Brücke gebaut wird. Diese
Brücke zieht den Stoff nach dem Waschen wieder in Form. Die Feuchtvernetzung mit Kunstharzen verlangt eine sehr präzise Arbeitsweise. Bügelleichte Hemden werden ohne Ammoniak und über
Trockenvernetzung veredelt. Trocken deshalb, weil die Baumwolle dazu stark erhitzt wird.
Das ist im Vergleich zur bügelfreien Ausführung ein einfaches und preisgünstiges Verfahren. Der Effekt der Trockenvernetzung konnte in letzter Zeit gesteigert werden. Das kann Hersteller dazu verleiten, Hemden als bügelfrei zu bezeichnen, zumal die Begriffe ‚bügelleicht’ und ‚bügelfrei’ nicht eindeutig definiert sind. Leider werden auch Hemden als bügelfrei auf den Markt gebracht, die aus Kostengründen bewusst nicht perfekt ausgerüstet wurden. Weltweit gibt es zurzeit weniger als zehn Hemdenstoffhersteller, die über eine Flüssigammoniak-Anlage verfügen. Daraus lässt sich schliessen, dass diese wichtige Behandlung nicht immer durchgeführt wird.
‚Bügelfrei’ bedeutet nicht, dass das Hemd ‚wie gebügelt’ aussieht. Dieser Anspruch wäre zu hoch gesteckt. Nach mehrfachem Waschen lösen sich immer Fäserchen aus dem Stoff, die die Oberfläche rau aussehen lassen, und dies kann nur ein Bügeleisen glätten.